Resümee

»Gesellschaften des Widerstands – der Weg zur Freiheit« – die Leitidee des IV. Festivals der Faktenkunst [Festiwal Sztuki Faktu], dessen Ziel ist, die Missionsgattungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die aus bestimmten Ereignissen entstehen, also Reportage, Dokumentarfilm, Faktentheater, zu unterstützen, und die neue Generation von Reportern und Dokumentaristen zu bilden, entwickeln und professionalisieren.

Zum offenen Wettbewerb ist im diesen Jahr eine Rekordzahl der Titeln angekommen – mehr als 120 von TVP, Polsat und Discovery. Die Reportagen und der Reportage nahe stehenden Dokumentarfilme analysieren den Zustand des gesellschaftlichen Bewusstseins, menschliche Tragödien, sie entdecken auch die neuste Geschichte.

Am Wettbewerb nehmen die besten polnischen Fernsehreporter teil, u.a. Autoren von Magazyn Reporterów (TVP), Uwaga! (TVN), Interwencja (Polsat). Diese Fernsehprogramme haben ein großes Publikum, sind mutig und eingehend. Sie setzen die polnische Reportageschule fort, auf die sich unseres Festival bezieht – sagt Krystian Kubjaczyk, Festivaldirektor.

Auf dem vierten Festival, im Jahre der Polnisch-Ungarischen Solidarität, werden Reportage gezeigt, die über die Ereignisse aus Posen und Ungarn vom Jahre 1956 erzählen. Mit Rücksicht auf den runden Jahrestag des Aufstandes werden außerdem Reportage gezeigt, die mit der Entstehung von Komitee zur Verteidigung der Arbeiter (1976) verbunden sind.

Mit den Ereignissen vom Jahre 1956 – Posen, der Polnische Oktober, Budapest – fing die Destruktion des totalitären, auf vollen Verlogenheit basierenden Systems an. Die Gesellschaften kamen zu Wort auf den Straßen, in Posen und Budapest, mit der Waffe in der Hand.

Im Jahre 1956 entwickelte sich die Solidarität – nie waren wir so nah mit unseren Brüdern Ungaren, die mit sowjetischen Panzer für gleiche Werte kämpften: Freiheit und Souveränität. Die Machtorganen haben uns betrogen, aber die Tropfen der Freiheit blieben und höhlten den Zement aus. Die auf dem Festival präsentierte »schwarze Serie« des polnischen Dokumentarfilms und der Reportage vom 1956/1957 öffnete die Weg zur Wahrheit und Zukunft – sagt der künstlerische Leiter, Reporter von Beruf, Jacek Snopkiewicz.

Die Lesungen mit Ehrengästen – Prof. Andrzej Paczkowski, ehemaliger Botschafter von Ungarn – Herr Akos Engelmayer und Prof. Janos Tischler von Balassi-Institut – werden eine Gelegenheit zur Präsentation des Dokumentarfilms von Maciej Zakrocki „Zdławiona nadzieja – Węgry 1956“ [»Erstrickte Hoffnung – Ungarn 1956«] und der Dokumentarfilme des Warschauer Dokumentarstudios unter dem Titel »Schwarze Serie des polnischen Dokumentarfilms 1956/1957« und auch der Dokumentarfilme von der Polnischen Filmchronik [Polska Kronika Filmowa], die mit den Ereignissen vom Jahre 1956 verbunden sind.

„Intensywność patrzenia“ [»Die Intensität des Zuschauens«] — der Film von Andrzej Sapija bringt näher das Leben und Schaffen von einem Regisseur, Dokumentalisten und Nachkriegsklassiker des polnischen Dokumentarfilms – Kazimierz Karabasz. Von der Kunst des Dokumentarfilms sprechen wir dagegen während der Lesung mit der Dokumentarfilmmeisterin – Ewa Ewart, der polnischen Produzentin der Dokumentarfilme und BBC-Ermittlungsjournalistin. Die Reporternacht ist ein Festpunkt des Festivals, eine intensive Diskussion der führenden Fernseh-, Hörfunk- und Literaturreportern. Im Podiumsgespräch nehmen u.a. Autoren der Reportage-Magazine, junge Generation der Reportern und Meistern teil: Janina Jankowska (Polskie Radio – Prix Italia Preisträgerin), Marek Miller, Ewa Ewart, Liadia Duda – Jury-Vorsitzende, der Goldene Lajkonik Preisträgerin.

Die Gäste des diesjährigen Festivals werden eine Möglichkeit haben, sich einige ausländische Dokumentarfilmen anzuschauen: aus Schweden („The girl who saved my life“) und aus Deutschland (»Das Golddorf«), und auch faszinierende Filmstudien, die von Studenten der Staatlichen Hochschule für Film, Fernsehen und Theater in Lodz realisiert wurden. Während des Programmblocks „Fakt w fabule” [»Fakt in der Handlung«] schauen wir uns Filme an, deren Premiere neulich stattfand: »Wolyn«, »Smolensk« und »Exzentriker. Auf der Sonnenseite der Straße«, und wir werden mit deren Autoren sprechen.

Während der Abschlussgala des IV. Festivals der Faktenkunst werden Preise übergeben, und zwar der Preis für die beste Fernsehreportage, der Preis des TVP-Direktors und der Preis für Włodzimierz Niderhaus, Leiter des Warschauer Dokumentarstudios – Hauptstütze des polnischen Dokumentarfilms, eingeleitet durch eine Laudatio von Andrzej Bukowiecki. Der Festivalabend wird mit einem Konzert von Natalia Sikora und VOODO DOG und einem Konzert vom Liedstudio des Theaters des Polnischen Radios »Ein Lied ist ein Fakt – ich sage nicht: Leb wohl«, geführt von Janusz Kukuła, gewürdigt.

Wir laden Sie zu Thorn zum IV. Festival der Faktenkunst ein, zum Ort, der für ein paar Tage im Jahr sowohl geschätzte Autoren, als auch Debütanten und Studenten versammelt, nachweisend damit, dass die Rolle der Reportage ist, die heutige Welt in ihrer Vielsichtigkeit und Einzigartigkeit zu zeigen.